Märchenstunde
Diese Geschichte ist von mir frei erfunden, zufällige Ähnlichkeiten mit tatsächlich Geschehenem lassen sich allerdings
kaum vermeiden.
Klaus, Maschinenbauer, ist ein braver Mann. Er ist glücklich verheiratet mit
Claudia, sie haben 2 Kinder. Eines Tages kommt Claudia auf die Idee, sich selbst
zu verwirklichen, die Ehe zerbricht. Seit dieser Zeit unterstützt Klaus die
Selbstverwirklichung seiner lieben Claudia im gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen
Rahmen. Seine Kinder sieht er selten, soweit ist alles normal.
Klaus arbeitet, Klaus zahlt, Klaus ist allein. Wenigstens das Alleinsein will
Klaus ändern. Klaus geht auf Tour wie damals vor 15 Jahren, da hat er doch
Claudia auch in der Disco kennen gelernt. So schwer kann das doch nicht sein,
eine nette Frau finden. Doch der Einlass wird ihm verwehrt, seine Klamotten
sind wohl nicht mehr angesagt - und der Bart, die Schuhe, der ganze Kerl von
vorgestern? Klaus versteht die Welt nicht mehr, ist er schon so alt? Ein Bierchen
in der Kneipe tröstet.
Klaus hat eine tolle Idee; er gibt eine Kontaktanzeige auf. Jetzt will er den Spieß
umdrehen und sich aus der "Vielfalt der Zuschriften" eine junge, knackige Frau aussuchen.
Es wäre doch gelacht, er ist gerade mal 39 Jahre alt. Klaus erhält 11 Zuschriften.
Einige der Frauen können es gar nicht erwarten, Klaus kennenzulernen. Fotos
liegen anbei, und für ihre 57 Jahre ist die Dame noch recht gut in Schuss. Auch
eine zweite Anzeige bleibt ohne Resultat – hübsche, junge Damen melden sich
scheinbar nicht auf Kontaktanzeigen. ( Warum auch? )
Aufgeben ist nicht Klaus' Ding. Man muss nur den Radius erweitern.
Klaus kauft sich überregionale Presse. So stößt er auch auf die Anzeigen einiger
Partnervermittlungen. Und er traut seinen Augen nicht, da ist sie doch, seine
Traumfrau, mit "Original Kundenfoto", 27 Jahre jung, bettelt förmlich nach einem
Treffen mit ihm. Solch eine Gelegenheit will sich Klaus natürlich nicht
entgehen lassen, und er hofft insgeheim, dass nicht allzu viele andere Männer
diese Anzeige lesen werden. Seine Laune wird allerdings etwas getrübt, denn
beim Studium anderer Zeitungen, ob aus Düsseldorf, München oder Berlin - überall
lächelt ihm seine Traumfrau entgegen. Aber was soll's, sicher ist die Dame Monika
in der Reisebranche tätig.
Reisekauffrau Monika geht ihm nicht aus dem Kopf. Am Montag morgen meldet sich
Klaus krank, um ein ausführliches Telefonat mit der Partnervermittlung "Zwei
Herzen, die zusammengehören" führen zu können. Er wird sehr zuvorkommend von
der Agenturleiterin begrüßt. Ein Termin wird verabredet, natürlich nicht ohne
Herrn Klaus andauernd zu versichern, wie seriös, kompetent und auf jeden Fall diskret
man seit Urzeiten Menschen glücklich macht. Klaus macht noch den schüchternen
Vorschlag Monika nicht mehr zu annoncieren, weil er ... Man wird sehen.
Der Termin mit der Agenturleiterin wird zum vollen Erfolg für Klaus. Hier fühlt
er sich in besten Händen, ein Treffen mit Monika wird in Aussicht gestellt.
Die Formalitäten sind schnell erledigt, ein Kredit bei der Hausbank ist kein
Problem. Nach zwei Wochen der erlösende Anruf, ein Verabredung könne nun endlich
stattfinden, allerdings nicht mit Monika sondern mit Beate. Nach anfänglicher
Skepsis stimmt Klaus zu, warum auch nicht. Samstag ist der Tag.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Beate ist der Hammer. Beate ist sexy, eine Figur zum Draufspringen, und sie lächelt so lieb. Sie hat Humor, einfach ein Leckerli. Monika ist schnell vergessen, ist ja eh immer unterwegs.
Jetzt möchte sich Klaus natürlich von seiner Sonnenseite zeigen, denn das ist die Gelegenheit. Man verabredet einen Besuch beim noblen Italiener. Hand in Hand zieht man in entsprechender Lokalität ein.
Das Beste ist gerade gut genug, kein Gang wird ausgelassen, auch der italienische Wein hat den richtigen Jahrgang. Man wird redselig, spricht über "Gott und die Welt", auch über Privates und Berufliches, und der Alkohol lockert die Zunge.
Beate berichtet im angetrunkenen Zustand von einem Nebenjob bei einer Partnervermittlung;
sie müsse sich nur 3-4 mal die Woche mit netten Herrn zum Essen verabreden, und das
für 100,- € Tagesgage. Das Essen, meist in Nobellokalen, die sie sich privat
nicht leisten könne, weil ihr Mann zur Zeit arbeitslos sei. Aber sie würde zu
ihm halten, in guten und in schlechten Zeiten. Klaus ist gerührt.
Klaus entdeckt das Internet
Klaus ist kein nachtragender Mensch, und an die Begegnung mit der Partnervermittlung
"Zwei Herzen, die zusammengehören" wird er nur noch durch seine monatlichen
Raten für seinen Kredit erinnert.
Klaus schaut nach vorn, Klaus entdeckt das Internet. Und was er da für eine
Auswahl hat! Frauen aus aller Herren Länder, die um seine Gunst buhlen.
Hier bin ich richtig, denkt Klaus, warum soll ich eigentlich einer Frau aus
"Irgendwo" keine Chance geben? Und wie sexy die Damen alle sind. Klaus sieht
das Feuer Brasiliens schon in seinem Bett liegen... . Oder vielleicht doch lieber
eine Dame aus Jamaika? Auch Thailänderinnen sollen sehr lieb sein, ein Arbeitskollege
war schon ein paar mal in Urlaub in diesem schönen Land, und der berichtet nur
Gutes.
Das bring' ich auf den Weg, denkt Klaus und klopft sich auf die Schulter. Professionelle
Hilfe scheint in Überfluss vorhanden. Aber auch bei seinen Recherchen im Internet
stößt Klaus immer wieder auf ein ihm bereits bekanntes Phänomen: Sich ewig wiederholende
Seriositätsbeteuerungen, Kompetenzschreiereien, langweilige Versprechungen.
Alles Grundvoraussetzungen, denkt Klaus, die man nicht auf jeder Seite wiederholen
muß. Er ist vorsichtig geworden, hat sich sensibilisiert. Die Lieblingsworte
der Branche - Diskretion habe ich noch vergessen - kann Klaus einfach nicht mehr
hören. Fällt denen nichts anderes ein? Er will doch nur eine nette Frau kennenlernen.
Gott sei Dank hat Klaus seine Jungfräulichkeit in Sachen Partnervermittlungen
verloren, er kann mittlerweile" zwischen den Zeilen lesen ", und Klaus hat Glück.
Er findet eine Domain, auf der es völlig anders zugeht. Vor allem keine übertriebene,
falsche Freundlichkeit. Und guter Rat ist nicht mal teuer. Ganz nüchtern bekommt
Klaus beim ersten Kontakt erklärt, wie blöd er sich eigentlich bisher angestellt
hat, dass man keine Rückschlüsse von der Größe einer Annonce auf die Seriosität
einer Agentur ableiten könne. In großen Autos sitzen ja auch nicht immer gute
Menschen. Klaus geht ein Licht auf: Dann ist es also so, dass Anzeigen viel Geld
kosten und die Vermittlung entsprechend teuer sein muss, wenn überhaupt vermittelt
wird... . Klaus hat verstanden.
Das Kennenlernen einer jungen, ausgesprochen hübschen Thailänderin, die zu ihm passt,
ist kein Problem. Auch Ying hat ihren Klaus so richtig lieb, man sieht es ihr
an. Klaus ist stolz auf sich.
Claudia hat übrigens einen neuen Lover, die Selbstverwirklichungsphase scheint
überwunden. Die bildhübsche Monika - Reisekauffrau - sucht nach bundesweiten
Presseberichten immer noch einen Mann (versuchen sie doch mal Ihr Glück, dann
lernen Sie Beate kennen). Klaus, total verliebt und im neuen Outfit hat seine
zuckersüße Ying, der er gerade die europäische Küche nahe bringt. Bei dieser
Gelegenheit hat er auch Beate wieder gesehen. Naja, es war ja für einen
guten Zweck.
Beate (Leckerli) macht Karriere
Eigentlich hat sie ja einen richtig guten Job, eigentlich kann sie ja zufrieden
sein. Leckerli bekommt Geld dafür, 3-4 mal die Woche in noblen Lokalen mit meist
doch recht netten Herren essen zu gehen. Aber irgendwie beschleicht Beate das
Gefühl, dass da noch wesentlich mehr für sie zu holen ist. Und sie muss ja schließlich
ihren arbeitslosen Mann unterstützen.
Von Frau Rose, der Agenturleiterin von "Zwei Herzen, die zusammengehören" hat
sie sich bereits das nötige Know-how angeeignet. Sie kann bereits perfekt wichtig
schauen durch ihr Arbeitswerkzeug mit null Dioptrin. Ein langer Rock mit
Bluse ist auch schnell gefunden - wegen der Seriosität, Sie wissen schon. Auch
nachts läßt ihr der Gedanke an ihre eigene Agentur keine Ruhe, sie träumt sich
schon im knallroten Porsche zum Bäcker, um ganz große Brötchen zu kaufen. Willkommen
in der Familie. Powerfrau wäre ein akzeptabler Kosename.
Leckerli ist gerüstet für ihre eigene Agentur. Jetzt muss die Botschaft nur
noch an den Mann bzw. an die Frau gebracht werden. Auch Frau Rose muss die
Neuigkeit erfahren. Die Angelegenheit wird recht sachlich besprochen, man schlägt
ca. 6 Minuten ungehemmt aufeinander ein. Das hat Frau Rose völlig in den falschen
Hals gekriegt, Beate ist sogar beauftragt, eine Nachfolgerin für sich zu finden
wegen der schon verabredeten Essen und um der alten Zeiten willen. Gott sei Dank
ist es gerade Sommer, und das Veilchen kann hinter einer dunklen Sonnenbrille
gut versteckt werden.
Verletzt, aber frei wie ein Vogel macht sich Beate flugs ans Werk. Sie will
es einfach besser machen, sie will eine ehrliche PV, denn mit dem Lügen ohne
rot zu werden hat sie noch ihre Probleme.
Ein Name muss gefunden werden. Fantasie war schon immer eine ihrer Stärken,
aber irgendwie kann sie sich nicht zwischen "PV Sonnenschein" und "PV Regenbogen"
entscheiden. Nun ja, das wird sich finden. Ein schmusiger Anzeigentext, von
der Konkurrenz leicht abgekupfert, soll ihre Agentur auf der Erfolgsleiter nach
oben krabbeln lassen.
Die Anzeige ist ein voller Erfolg, vor allem von der Konkurrenz wird Beate herzlich
begrüßt, ab Mitternacht klingelt das Telefon pausenlos, Nettigkeiten werden
auf Band hinterlassen, manche Worte kennt sie noch gar nicht.
Aber das Leben ist gerecht zu ihr, zwei ältere Damen schenken Beate ihr Vertrauen,
diese sind auf der Suche nach einem Mann, gerne auch jünger, zum Wandern und
Radeln. Auch eine jüngere Frau stößt zu der Truppe; sie möchte einen
impotenten Mann kennen lernen, im Notfall wäre sie aber auch mit einem homosexuellen
Freund einverstanden, einfach so zum Schmusen. Natürlich ist es aller Wunsch,
die Angelegenheit zügig abzuwickeln, die Damen sind schon recht lange allein.
Auch will man die Leistungsfähigkeit einer neuen Agentur erst einmal testen
und sich mit der Bezahlung vorläufig zurückhalten. Beate ist beeindruckt.
Jetzt hat Beate ein richtig kleines Problem, denn kein einziger Mann hat sich
gemeldet. Wo soll sie jetzt drei passende Männer herzaubern? Armes Leckerli.
Einen Versager, gleich zu Beginn ihrer Karriere, diesen Gefallen kann sie ihrer
Konkurrenz nicht tun. Beate denkt, und wird einer Idee fündig. Es gibt da einen
Mann in ihrem Leben, der hat nichts zu tun, sitzt den ganzen Tag nur vor dem Fernseher.
Der kann doch endlich auch einmal zur gemeinsame Zukunft etwas beitragen. Ja,
das wär's, Leckerli ist Powerfrau.
Eine Idee und ihre Folgen
Michael macht seine Arbeit so richtig Spaß, er kommt sich jetzt auch wieder
nützlich vor als Partner seiner cleveren Frau, das ist schon rund. Das Bewandern
und Beradeln von Restnaturveranstaltungen, den netten älteren Damen mal in den
Po kneifen zu dürfen, ohne gleich mit einer Anzeige rechnen zu müssen, genau
das ist es. Danke Beate.
Auch die Schmuseveranstaltungen mit Silvia, welche sich einen impotenten Partner
wünscht, können seine gute Laune nicht trüben. Ganz im Gegenteil, sein Leckerli
zieht vor jedem Date alle Register, um diesbezüglich keine Zweifel aufkommen
zu lassen. Michael im Glück. Business kann so schön sein.
Die Gesellschaft ist wieder bereit, ihm den gebührenden Respekt zu zollen. Die
Rückkehr in seine Stammdisco wird von allen Handys beklatscht, selbst einige
Notebooks blinzeln ihm wohlwollend zu. Tequila Sunrise bitte. Michael hat wieder
Spaß am Leben.
Und so soll es auch bleiben. Durch die guten Taten ihres Mannes vorerst stressfrei
will Beate mehr. Sie weiß natürlich, dass dieses gemeinsame Glück auf
sehr wackligen Beinen steht. Die Konkurrenz schläft nicht, der Neidfaktor
ist hoch angesiedelt. Es gilt, einen draufzusetzen.
Beate ist klar, dass sie über Grenzen hinausdenken muß. Kleine Räumlichkeiten
waren schon immer ein Problem für sie, und Erfolg ist ja schließlich keine Glückssache.
Schon gar nicht im Wachstumsmarkt Nr. 1, so hat sie es bei einem Mitbewerber
gelesen. Internet heißt die Zauberformel, eine eigene Homepage wird ihr
Glück stabilisieren. Jetzt gibt es nur ein Problem: Sie hat keine Ahnung, wie
man so etwas angeht.
Powerfrau trifft Halbgott
Einen Informatiker müsste man kennen. Sie tut das einzig Richtige und informiert
sich erst einmal, wie man solch einer Person gegenübertritt. Man muss sich sehr, sehr
behutsam nähern, erfährt sie hinter vorgehaltener Hand. Die Aura, welche
solch einen Halbgott umgibt, sei auf jeden Fall zu respektieren. Eine Annäherung
in gebückter Haltung ist von Vorteil. Ein Termin nach vorheriger Einsendung
seines Gesundheitspasses sei nur mit mindestens zwei Empfehlungen zu bekommen.
Oh je, entschlüpft es Beate, und sie fängt gleich zu üben, sich auf Knien fortzubewegen. Das kann sie erst einmal abhaken, Leckerli ist traurig. Jetzt erst recht beschwört
sie Michael, und wie ein junges Liebespärchen setzen sie sich zusammen, um eine
richtig tolle, große Anzeige zu gestalten. 'Nicht abkupfern' heißt die Devise,
selbst ist das Paar. No Risk - no Fun.
Sechshundert Märker lassen sie sich den Spaß kosten, aber es hat sich gelohnt.
Das Telefon steht nicht mehr still und es muss eine Kundenkartei angelegt werden,
um den Überblick zu behalten. Berufsangabe ist erwünscht, und jetzt passiert
das Wunder: Beate und Michael baden in Adrenalin. Ein Informatiker hat sich
tatsächlich erbarmt, ihre Anzeige zu lesen; ein Informatiker, ein Mensch aus
Fleisch und Blut, ist auf der Suche nach einer netten Frau. Allein der Gedanke,
solch einem Halbgott behilflich sein zu dürfen, verzückt... . Es gibt Situationen,
die kann man nicht beschreiben.
Der Herr wird in ein eigens für diesen Termin angemietetes Büro getragen, der
Kühlschrank ist mit leckeren Getränken vollgestopft. Halbgott soll sich so
richtig wohlfühlen. Beate lauscht seinen Worten, wagt kaum zu atmen. Nach dreißig
Minuten bringt Halbgott Günter sein Anliegen auf den Punkt: Er ist auf der Suche
nach einer lieben, zärtlichen Thailänderin.
Eine Thailänderin
Beate fühlt sich wie eine Nichtschwimmerin im Taucherbecken, eigentlich würde
sie jetzt auch ganz gerne in Ohnmacht fallen. Woher in Gottes Namen soll sie
eine passende Thailänderin herzaubern? Sie weiß ja nicht einmal genau,
wo dieses Land überhaupt liegt. Andererseits ist es undenkbar, Herrn Günter
seinen Wunsch abzuschlagen. Sie und ihr Michael könnten sich im Umkreis von
250 km nirgends mehr blicken lassen, ach was, Deutschland wäre tabu, geteert
und gefedert wären sie.
Herr Günter macht nicht viele Worte, hinterläßt seine Visitenkarte,
bezahlt bar. Beate traut sich kaum, das Geld anzufassen. Reich und verzweifelt,
das kann sie jetzt nachfühlen. Beate und Michael beschließen, die Angelegenheit
mit Herrn Jack Daniels zu besprechen, einem alten Freund der Familie. (Prost)
Für Klaus laufen die Sterne in den richtigen Bahnen. Ying macht ihn zum glücklichsten
Mann des Universums. Auch hat sie angefangen, etwas Deutsch zu lernen. Man genießt
das Leben zu zweit in vollen Zügen, und Heirat ist beschlossene Sache. Auch für angesagte Discos ist Klaus jetzt nicht mehr zu alt, im neuen Outfit
und mit solch einer süßen Frau an seiner Seite. Selbst die Türsteher können
sich einen Gucker nicht verkneifen und nicken wohlwollend. Beide genießen
die Augenblicke ihres Glücks in vollen Zügen, und da die Welt so klein ist, zappelt
ihnen auf der Tanzfläche Beate entgegen. Klaus erwidert ihre Begrüßung sehr
zurückhaltend, kann aber einer Einladung an ihren Tisch nicht entgehen. Sie
habe etwas ganz Wichtiges mit ihm zu besprechen; auch Michael ist die Freundlichkeit
in Person.
Das Vorgefallene würde ihr unendlich leid tun, sie habe sich deswegen auch von
der Agentur "Zwei Herzen, die zusammengehören" getrennt, sich mit Frau Rose
sogar geschlagen. Sie sei zwar noch in der Branche tätig, jetzt aber in eigener
Regie, und deswegen gäbe es da zur Zeit ein Problem, bei dem ihr Klaus vielleicht
helfen könne. Sie spricht's mit so viel Wehmut in der Stimme, daß Klaus neugierig wird.
Seine Frau käme doch aus Thailand? Klaus beginnt zu ahnen, was da im Busch
ist, und hat Mühe, den bereits in seinem Mund befindlichen Wodka Lemon in die
richtige Richtung zu lenken. Er berückt seine Ying auf Tuchfühlung, hält
sie noch fester.
Oh, oh, das war zu deftig, Beate tätschelt ihn beruhigend, man will ihm seine
zuckersüße Ying nicht wegnehmen, man wolle nur wissen, wie er es geschafft habe,
dass sie hier in Deutschland sei. Klaus atmet tief durch, er darf seine Frau
behalten.
Schmerzfrei verbringen die zwei Pärchen noch einen schönen Abend, denn Klaus
ist ein bereitwilliger Informant, gibt Statusbericht über seine Interneterfahrungen.
Er berichtet über diese Domain, die er gefunden hat. Beate soll sich doch einfach
selbst mit Andreas in Verbindung setzen. Hunderte von wirklich hübschen Thailänderinnen
würden über seine Agentur einen netten Mann suchen, und die Sache sei verlässlich,
Ying ist der Beweis. Beate, sichtlich erleichtert, bestellt eine neue Runde,
und mit Andreas wird sie schon klar kommen. Das wäre doch gelacht, jetzt kann
man durchstarten und Herrn Günter die hübscheste Frau Thailands vorstellen.
Man trennt sich als Freunde, bestellt ein Taxi. Frau ist schlau. Was für eine
Wendung.
Andreas
Andreas hört sich die rührige Geschichte an und schlägt ein Treffen in Karlsruhe
vor. Es ist Sommer und der Hoepfner Biergarten bietet genau die richtige Kulisse,
um seinen Gästen das von ihm so geliebte Kräusen-Bier vorzustellen. Bereitwillig
erzählt er seine Geschichte, und erklärt Beate, dass sie sich keine Sorgen machen müsse.
Herr Günter ist in Kürze mit einer hübschen Thailänderin verheiratet, seine
Computer werden in naher Zukunft nur noch die zweite Geige spielen. Alle sind
einverstanden, also ist es beschlossene Sache.
Die Dame in Thailand kann ihr Glück kaum fassen. Noi läuft im ganzen Dorf
umher, denn die Neuigkeit muss unter die Leute gebracht werden. Das Bild von
Herrn Günter streichelte sie andauernd. Natürlich weiß auch sie, was die
Stunde geschlagen hat. Sie hat das große Los gezogen.
Airport Frankfurt 7.30 Uhr. Herr Günter ist aufgeregt, er hat auch kaum geschlafen.
Die Maschine landet pünktlich, und da steht sie nun. Ein thailändischer Traum.
Ying läuft zu ihr, die beiden begrüßen sich herzlich, haben sich auch gleich
so viel zu erzählen. Herr Günter lernt das wohl bezauberndste Lächeln Asiens
kennen, Ying und Noi nehmen ihn kichernd in ihre Mitte. Herr Günter genießt das
sichtlich. Gut so.
In diesem Sinne
Jetzt kann Beate wieder frei durchatmen. Sie hat es geschafft. Sie hat Herrn
Günter eine asiatische Traumfrau vermittelt. Der Gemeinde der Zweifler und Meckerer
ist ein Schnippchen geschlagen. Das tut richtig gut, und so fühlt sie sich auch.
Beate beschließt, auch weiterhin mit Andreas zusammenzuarbeiten, den
kann man gebrauchen. Hoepfner-Kräusen für die Guten!
Herr Günter, geschwächt, deswegen gesprächsbereit, verspricht Beate ihre eigene
Homepage, so mit allem drum und dran. Es ist einfach günstig, einen Halbgott
in der Familie zu haben. Auch eine E-Mail Adresse wird sie erhalten, die ganze
Welt kann sie jetzt glücklich machen. Aufbau Ost in allen Himmelsrichtungen.
Erfolg auf der ganzen Linie.
Beate ist so richtig glücklich mit ihrer neuen Aufgabe. So viele hübsche Asiatinnen
suchen einen netten Lebenspartner, den Damen muss doch geholfen werden. Ein
Crashkurs über Thailand rundet das Gesamtbild ab. Alle Suchmaschinen werden
von Beate persönlich informiert.
Ein Berliner Nicolaus
Internet ist eine feine Sache. Dank Internet ist die Domain von Beate bundesweit
bekannt. Kein Wunder, bei so vielen hübschen Frauen, die man auf ihren Seiten
finden kann. Auch Nicolaus aus Berlin erreicht diese Botschaft; er kann sich vor
anfänglicher Begeisterung kaum einklinken. Beate wird mit E-Mails überschüttet,
zwei Damen haben genau seinen Geschmack getroffen. Nicolaus ist heißgelaufen.
Nicolaus schickt Fotos, ein richtig toller Typ. Freundliche Statur, eigentlich
darf man den gar nicht allein aus dem Haus lassen, denkt Beate. Aber er will
unbedingt eine sexy Thailänderin kennen lernen. Nun denn, dem Manne kann geholfen
werden.
Die Dame in Thailand sagt gerne zu, schickt auch sofort eine Kopie des Reisepasses
per Fax. Beate erklärt Nicolaus die weitere Vorgehensweise, auch, dass ein
Ticket von Bangkok nach Berlin Geld kostet.
Dies hätte Beate lieber nicht tun sollen, sie merkt förmlich, wie es Nicolaus
schwer fällt am Telefon freundlich zu bleiben. Die Dame müßte doch
eigentlich froh sein, in Zukunft ihre Zeit mit ihm verbringen zu dürfen. Auch
ist Mr. Nicolaus der Meinung, dass Beate aus rein humanitärem Engagement Kontakte
herstellt und hübsche Thailänderinnen auf deren Kosten nach Deutschland einfliegen
läßt. Der Mann steht im falschen Zimmer.
Beate hat ihre Lektion erhalten. Leckerli ist in die Falle getappt. Sie ist
einem Erbsenzähler in die Arme gelaufen. Auch Andreas findet das gar nicht lustig,
schließlich wartet Lek in Thailand auf ihre Einladung nach Deutschland. Schlimme
Sache, wie erklärt man einer lieben Thailänderin, dass ihr Nicolaus aus Berlin
ein Schwätzer ist?
So etwas kann man nicht erklären; auch würde Lek ihr Gesicht verlieren, denn natürlich
wussten alle Freunde und Bekannte von der bevorstehenden Reise. Es gab nur eine
Lösung, es muss so schnell wie möglich ein netter Mann für Lek gefunden werden.
Ein Mann, der weiß was er will.
Sparexperte Nicolaus sei noch mitgeteilt, dass Lek mitlerweile in Deutschland
eingetroffen ist. Oliver hat sie vom Airport abgeholt. Lek wünscht Nicolaus auf
diesem Wege möglichst viele einsame Nächte, auch möge ihm seine rechte Hand
abfaulen. Keine Gnade für gewissenlose Dummschwätzer.
Ehrliche Info
Immer wieder erreichen mich E-Mails von begeisterten Studenten meiner Webseite,
die sich nach der Herkunft der Damen erkundigen, und ob diese Frauen nicht vielleicht
einer gunstgewerblichen Tätigkeit in Thailand nachgehen würden...? Man hat ja schon
so viel gehört, gelesen und auch im Fernsehen tanzen Thailänderinnen vorzugsweise
auf Tischen. Natürlich sind auf Tischen tanzende Fräuleins ein prima Quotenbringer,
diese Berichte sind in etwa so elegant, als wenn man in Thailand einen Studie
über Deutschland veröffentlichen würde, die sich vorzugsweise auf der Reeperbahn
abspielt.
Das internationale Gunstgewerbe in Bangkok beschränkt sich tatsächlich auf drei
relativ kleine Viertel in der Pat Pong, Nana Plaza und der Soi Cowboy. Reiseerfahrene
Journalisten, die nicht den Sinn für Objektivität verloren haben, stufen Bangkok
nicht schlimmer ein als jede westliche Großstadt – aus moralischer Sicht. Unterschiede
werden hier nur in der Behandlung durch die Medien aus reiner Sensationsgier
und Geldmacherei gemacht. Heute gehört Pat Pong zu Bangkok wie die Reeperbahn
zu Hamburg oder der Place Pigalle zu Paris - und kein Reiseführer kann sie
ignorieren.
Und jetzt mal Hand aufs Herz und mit etwas Fantasie: Können sie sich wirklich
vorstellen, dass eine hübsche Gunstgewerblerin, die auch in Bangkok gutes Geld
verdient, überhaupt nur mit dem Gedanken spielt, unseren Berliner Sparexperten
zu besuchen oder diesen gar zu heiraten? Warum sollte sie das tun? In der Regel
haben „clevere Ladies" mehrere Entwicklungshelfer aus Irgendwo, keine Sorgen,
und schon gar keine Lust, sich mit Schnäppchenjägern zu verlustieren. Never!
Märchenstunde!
Sie brauchen also keine Angst zu haben: Solche sexy Liebeskünstlerinnen wollen
gar nicht heiraten. Unsere Thailänderinnen kommen vorzugsweise aus Nord-Thailand,
sind ganz normale, sehr liebe bescheidene Frauen, welche sich eine bessere Zukunftsperspektive mit einem netten Mann aus Europa erhoffen. Vielleicht mit ihnen?
Batterie not intakt
Mit diesem Spruch umschreibt man in Thailand den Zustand der Blödheit, denn Batterie steht
für Hirn. Und was man in der Branche so erlebt, da kann man eigentlich nur schreien.
Folgende Geschichten handeln von Männern, die alles tun würden, um eine hübsche, nicht
emanzipierte Frau lieben und glücklich machen zu dürfen. Von diesen Männern gibt es Millionen,
eben eine Minderheit. Auf der Suche nach solchen wunderbaren Wesen geraten solche
Herren nicht selten in schlechte Gesellschaft.
Das Märchen handelt von einer Partnervermittlung aus dem Raum Heidelberg,
natürlich mit jahrzehntelanger Thailand Erfahrung - vorzugsweise in Pattaya, wie man auf
dazugehöriger Webseite erfährt. Geschäftsführer dieser Glücksschmiede ist Herr Wichtig.
Kein Geheimnis ist es, dass Herr Wichtig nach jahrzehntelangem Einsatz in Pattaya alle
"partnersuchenden " Damen persönlich testet, um seinen Kunden ein umfassendes
Persönlichkeitsprofil zukommen zu lassen. Verbraucherschutz wird bei PV - Wichtig
großgeschrieben. Alle Mama Sun`s kennt Herr Wichtig beim Vornamen - eine Mama
Sun ist die Geschäftsführerin eines Vergnügungsetablissements.
Und das ist auch gut so, denn Herr Wichtig hat das Ei des Kolumbus entdeckt. Der Mann kann
stolz auf sich sein, denn er hat es geschafft, das Angenehme - immer hübsche, dienstbereite
Damen um sich - mit dem Nützlichen - mit Hilfe dieser Fräuleins viel Geld zu "verdienen"
- zu verbinden. Ich bin neidisch! Was mach' ich falsch?
Eigentlich hält sich Herr Wichtig nicht allzu gerne in Deutschland auf, denn die Sitten und
Gebräuche in seinem Heimatland sind ihm fremd geworden. Aber irgendwie muss er ja
seinen Lebensstiel finanzieren, und damit ihm Pattaya nicht allzu sehr fehlt, spendiert Herr Wichtig
gerne drei, vier extra Tickets.
Dies geschieht natürlich nicht, um den jungen Damen unseren schönen Schwarzwald zu zeigen,
sondern um partnersuchenden Männern die Sorge um ihr Schwarzgeld zu nehmen, denn Herr Wichtig
"arbeitet" gerne vertragsfrei.
Partnervermittlung
"Asiatinnen, lieb und treu..." kann man in ersten Verlagshäusern in der Rubrik Heiraten und
Bekanntschaften lesen, und wer da inseriert, der kann kein Böser sein. Und weil Herr Wichtig
so ein Guter ist, bringt er die Dame auch gleich persönlich "vor Ort". Servicewüste
Deutschland - nicht bei PV Wichtig. Hier wird promt geliefert, das Bare wechselt den Besitzer.
Die kleine Stimmungskanone aus Pattaya weiß natürlich überhaupt nicht, was passiert, denkt eher
an eine zeitlich begrenzte Zusammenkunft, und damit sich das Fräulein nicht allzusehr an ihr
neues Zuhause gewöhnt, eilt ihr am siebten Tag Herr Wichtig zu Hilfe.
Schade, schade oder leider, leider ist der Bruder der Dame gestern von Motorrad gefallen,
liegt schwer verletzt im Krankenhaus in Bangkok. Das Fräulein muss sofort nach Thailand zurück,
um ihren Bruder beizustehen. Nur ein Unmensch würde dies verhindern.
Dieses war der erste Streich...
Die Dame hat keinen Bruder, aber Herr Wichtig einen weiteren Interessenten, welcher eine liebe,
treue und familiäre thailändische Frau kennenlernen möchte. Die Sache eilt, denn mit nur drei Frauen
ist PV Wichtig total unterbestückt. Termine, Termine, Mr. Wichtig voll im Stress, ach, wäre ich doch
schon wieder in Pattaya!
Sicherheit
Sicherheit verkauft sich immer gut. Kein Werbespot ohne "Sicherheit", achten Sie mal drauf.
Wir Deutsche stehen auf Vollkaskoversicherung. Das weiß natürlich auch der clevere Wichtig und
bietet seinen Kunden Partnervermittlung mit Kennenlerngarantie in Pattaya.
Frank meint es ernst, er will seine Traumfrau in Thailand kennenlernen, und damit er in Pattaya auch
wirklich nicht alleine bleibt, wird Herr Wichtig vor Ort für Kontakte sorgen. Alle Barfrauen sind
informiert, und freuen sich über diese nette Abwechslung.
Porn heißt die erste Glückliche, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn was jetzt passiert,
damit hat Herr Wichtig nicht gerechnet. Porn und Frank verlieben sich. Der Hammer!
Das gefällt Herrn Wichtig überhaupt nicht, denn es wurde Cash pro Kontakt vereinbart, und
eigentlich waren die Damen instruiert, nicht länger als eine Nacht zu bleiben, dann läppert sich's.
Herr Wichtig ist sauer, hat aber in Thailand nicht die Möglichkeit, Porn das Verlieben zu verbieten.
Herr Wichtig ist ein sehr nachtragender Mensch und er hat einen Plan. Einen Profi wie ihn so
reinzulegen, das kostet! Strafe für beide, keine Gnade für Verliebte!
Drei Wochen vergehen schnell, wenn man sich gut versteht. Frank und Porn verabreden
eine Einladung nach Deutschland. Herr Wichtig verspricht Hilfe bei den Behörden, die Einladung
(Verpflichtungserklärung) ist per UPS an ihn zu schicken. Frank bedankt sich für die Hilfe, er
ahnt nichts.
Frank und Porn telefonieren täglich, beide können es kaum erwarten, bald wieder zusammenzusein.
Die erforderlichen Papiere sind unterwegs, das Geld für ihr Ticket hat Frank auf das Konto von
Herrn Wichtig überwiesen. Dieser wird Porn bei allen Formalitäten behilflich sein, so hat er es versprochen..
Wichtig fühlt sich richtig gut - so macht ihm sein Leben Spaß!
Mr. Wichtig hat Frank eine schreckliche Nachricht zu überbringen. Seine Porn ist gestern verstorben.
Frank steht am Abgrund, er kann es nicht fassen, sie haben doch vorgestern noch miteinander
telefoniert. Zwei Jahre vergehen. Frank ist über diese Geschichte nie hinweg gekommen.
Das Telefon klingelt. Porn ist am Apparat. Sie hat ihn nie vergessen können, sie ist seit
fast zwei Jahren mit einem Mann aus Bochum verheiratet, den sie überhaupt nicht liebt.
Sie ist damals mit seiner Einladung in Deutschland eingereist. Herr Wichtig hat ihr
versprochen, dass sie Frank vom Flughafen abgeholt wird.
Und dann stand da dieser Mann, den sie gar nicht kannte, und der sie nicht telefonieren ließ.
Herr Wichtig und ihr jetziger Mann verstanden sich gleich so gut, haben miteinander gelacht, sich auf
die Schulter geklopft, und Witze über Frank gemacht. Auch die Bezahlung ging reibungslos über die Bühne.
Perfekte Anmache
Partnervermittlung kostenfrei, ihre Traumfrau besucht sie in Deutschland, so kann man es im
Internet immer öfters finden. Gute, hilfsbereite Menschen überall. Jedem Rabattmarkensammler
seine asiatische Prinzessin. Darüber lacht ganz Thailand.
Auf solchen Webseiten wird versprochen, dass partnersuchende thailändische Damen
alle entstehenden Kosten wie z. B. für Ticket, Visa, Hotelkosten, Passport usw. selbst bezahlen. Die
perfekte Anlaufstelle für ledige Schmarotzer.
Die Verdienststruktur in Thailand ist eine völlig andere wie in Deutschland. Das monatliche
Einkommen einer Angestellten liegt bei ca. 200,- €. Diese Frauen müssen Jahre sparen,
um den Betrag für ihre Reisekosten aufzubringen. Angespornt wird die Thaifrau durch
falsche Informationen über Deutschland.
Meistens werden die Reisekosten durch einen Kredit finanziert, für den die ganze Familie bürgt.
Dies alles geschieht, um - ganz unverbindlich natürlich - irgendeinen Geizkragen in
Deutschland besuchen zu dürfen. Ihren Job hat sie natürlich auch verloren, die Schulden
bleiben, weil Herr "Unverbindlich" sich dann doch für eine andere Dame entscheidet.
Für thailändische Frauen bietet sich also die Gelegenheit ihres Lebens; sie können sich auf
diversen Webseiten feilbieten, ähnlich wie in den Bars von Pattaya, um ihren deutschen
"Märchenprinzen" kennenzulernen. Da aber gerade solche Domains vorzugsweise von
hartgesottenen Sparexperten der übelsten Art besucht werden ( Hauptsache, es koscht nix )
kann ich diese Frauen eigentlich nur bedauern. Ein übler Mix, der so entsteht, denn keine
sexy Lady wünscht sich einen Schnäppchenjäger. Dies gilt übrigens weltweit.
Eine dieser Seiten besuche ich sehr gerne, da sie reichlich Links und hübsche Frauen bietet,
einfach gut und informativ gemacht ist. Stundenlange Informationen, wie man sich in Thailand
verhält, besonders den Frauen gegenüber, Wissenswertes über Sitten und Gebräuche,
Buddha, Kultur, Spielregeln für das erste Rendezvous. Aber das Haar in der Suppe bleibt,
denn in jedem Puff geht es redlicher zu, da brauchen die Damen für ihre Dienste wenigstens
nicht noch zu bezahlen.
Keine partnersuchende thailändische Frau sollte ein finanzielles Risiko tragen müssen, wenn sie einen wildfremden Mann in Deutschland besucht. Dazu gehört reichlich Mut, den viele deutsche Männer im umgekehrten Falle nicht aufbringen. Manch einer hat doch schon Angst wenn morgens die Sonne aufgeht, würde in Bangkok in einem Speiselokal verhungern. Nur wenn der Mann die Kosten übernimmt, ist einigermaßen gewährleistet, dass Heiratsschwindler und Schwätzer nicht zum Zuge kommen.
Im Vergleich
Selbst Herr Wichtig bezahlt seinen Damen die Tickets, und bei Eigenbedarf werden 500 Baht
fällig. Anständiges Verhalten spricht sich rum. Der Mann kann noch was lernen!
Hier kommt Kurt ...
Aber Gott sei Dank gibt es in Thailand genügend clevere Deutsche, zum Beispiel Kurt,
der gerne bereit ist, diese jungen Frauen vor Schaden zu bewahren. Denn für Kurt gibt
es nichts Schöneres, als einen Geizkragen um sein Geld zu erleichtern.
Kurts Rezeptur ist einfach: Man nehme ein Bild von einer hübschen Thaifrau und zaubere dies
mit sonstigen erfundenen Daten auf diverse Webseiten, speziell für heiratswillige Erbsenzähler.
Danach geht Kurt gerne in die Go-Go-Bar, trinkt zwei, drei Bier, nicht zu viel, denn später muss
er noch einige E-Mails beantworten.
Zu Hause angekommen - natürlich mit einer jungen Dolmetscherin im Schlepptau - findet man
Schnäppchenjägers Heiratswunsch. Schnäppchenjäger hat sich spontan verliebt, kann sich
vor Komplimenten kaum einklinken.
Die junge Dame Pen kann schon mal das Ticket buchen, und die
20,- € für die
Verpflichtungserklärung wird er spendieren. Sicherlich kann das Fräulein ihr Glück kaum fassen,
und um sie so richtig heiß zu machen, werde er vor ihrer Ankunft seine Küche streichen -
damit Pen auch Spaß am Kochen hat.
Eine Wunschliste seiner bevorzugten Gewürze, leider nur in Thailand erhältlich, wird er noch
per E-Mail schicken. Die Gelegenheit ist günstig, Sparprofi Peter in seinem Element. Da soll mal
einer sagen, fremde Kulturen würden sich nicht spontan verstehen.
Kurt ( Pen ) schlägt zu
Der kommt Kurt gerade recht, und bevor seine kleine Dolmetscherin unter die Dusche darf,
schreibt diese noch ein paar rührige Zeilen an Peter persönlich. Diese kann er zwar nicht lesen,
aber einen guten Eindruck macht´s auf jeden Fall.
So mag das Peter
Kaum geschrieben, und schon hat sein Fräulein angebissen. Die muss es aber nötig haben.
Volltreffer, sein Revier ist abgesteckt. Peter freut sich schon auf den ersten gemeinsamen Auftritt
in seiner Stammkneipe, da werden die Kumpels aber Augen machen! Und aus Dankbarkeit wird
die entsprechende Webseite zu seiner Startseite. Man lässt sich ja nicht lumpen.
Dies macht durchaus Sinn, denn Peter denkt an seine Zukunft. "Ich bin doch nicht blöd ...", so hat er
es aus der Werbung gelernt, und auf keinen Fall wird er die Erstbeste heiraten - aus Gründen
der Chancengleichheit, versteht sich. Auch wittert er eine Geschäftsidee, denn seine
meist ledigen Freunde werden ihm das Messer auf die Brust setzen. Neid ist eine starke
Triebfeder, und Neid ist garantiert.
Peter wird sich großzügig zeigen, und wenn seine Pen - mit kurzem Rock bestückt - Fantasien weckt,
dann wird er zuschlagen, seinen Freunden den Namen dieser Website verkaufen. Etwas Schmerz
muss sein, aber das Geld bleibt ja schließlich in der Familie.
Jetzt hält es Peter nicht mehr aus, jetzt muss er seine Pen vorankündigen. Schnell noch die
E-Mail mit Bild ausgedruckt, das ist sein Glücksbeweis. Peter macht sich frohgelaunt auf den
Weg in seine Stammkneipe "Zum Pfennigfuchser".
Von seinen Kumpels wird er freudig begrüßt, schon deswegen, weil es meist eine kleine
Flasche Stroh-Rum (80 %) dabeihat, um die Colas aufzufrischen. Vor lauter
Aufregung hat er die vergessen, aber...
Thailänderinnen haben keine Migräne...
und auch der " Good morning Service " war vom Feinsten. Heute hat sich Kurt viel
vorgenommen, und er ist schon ganz aufgeregt, wie viele Heiratskandidaten seine Pen
noch ehelichen wollen. Ab ins Internet, was für eine fantastische Erfindung...
Er traut seinen Augen nicht, 27 E-Mails an einem Tag, das kann doch nicht wahr sein!
All diese Herren würden seiner Pen einen Platz in ihrem Bettchen freihalten!
Männer sind was Wunderbares! Diese Webseite ist der Hit, wie doch die Herzen springen,
wenn es nichts kostet. Allen Freiern wird Kurt eine große Freude bereiten, zuerst dem Peter.
Ein winziges Problem
Peter erhält einen Liebesbrief, wie er ihn sich in seinen kühnsten Träumen nicht erhofft hat.
Dieser ist sogar ins Deutsche übersetzt, die Kleine lässt sich ihre Zukunft wenigstens
was kosten. Seine Einladungspapiere sind eingetroffen, das Ticket ist bestellt. Auch kann
es Pen kaum erwarten, sich in seiner Küche so richtig auszutoben.
Es gibt da nur ein Problem. Eigentlich hatte sie ja das Geld für das Ticket, aber ihre
Mutter ist krank geworden, die Arztkosten, die Medikamente... . Aber sobald sie bei
ihm in Deutschland ist, wird sie arbeiten und das Geld zurückbezahlen. Ihre Konto Nr.
findet er im Anhang, mit zwei Bildern im Bikini, damit er nicht die Katze im... Die Sache eilt, sie will so schnell wie möglich bei ihm sein.
Der Body ist der Hammer. Pen sieht einfach zum Anbeißen aus. Vor allem deswegen,
weil sie kaum etwas anhat, von wegen Bikini. Da wird selbst Sparschweinchen Peter
weich, vergisst alle guten Vorsätze, kann seine Kumpels auf keinen Fall enttäuschen,
nach seiner blumigen Ankündigung. Auch findet er es toll, wie sich Pen um ihre Mutter
kümmert, sie wird arbeiten, er wird sein geliebtes Geld zurückbekommen. Jetzt aber
schnell zur Sparkasse!
Kurt
Kurt ist bester Laune, sein Kontostand beflügelt! Da hatte er mal eine richtig tolle Idee.
Solche Webseiten sind der reinste Segen, er wird seinen Service ausbauen. Pen hat noch
zwei Schwestern. Er mietet ein Haus, da ist Platz für alle. Von wegen Rezession,
Umsonstler wird es immer geben. Denen hilft Kurt.
Die Chiffre - Variante
Sparsame Menschen sind oft die besten Geschäftspartner, denn die haben nur eines im Kopf:
Billig, billig, billig muss es sein, koste es, was es wolle. Billig macht blind, das weiß natürlich
auch Walter, seit mehreren Jahren mit seiner thailändischen Freundin Nuk liiert.
Nuk besucht ihren Walter mindestens 4mal im Jahr, sie ist Thailand-Deutschland Pendlerin, und damit die häufige Fliegerei für das Liebespärchen nicht zu teuer wird, kann man in regelmäßigen Abständen folgende Anzeige unter Chiffre lesen:
Hübsche Thailänderin, 28 Jahre, zur Zeit noch in Thailand, sucht netten deutschen Lebenspartner bis 45 Jahre...
Da muss Walter nicht zweimal anklopfen, er erhält 32 Zuschriften. Das ist nicht außergewöhnlich, denn es ist ja "umsonst". Walter kann es sich aussuchen, welcher Sparexperte seine Nuk einladen darf. Alle Heiratskandidaten lassen sich natürlich ausdrücklich versichern, dass es sich hier um keine gewerbliche Vermittlung handelt, dass auch wirklich keiner etwas verdient, dass alle Taten ehrenamtlich sind. Sicher ist sicher.
Gut gespart
Ferdinand ist der Glückliche, das Paradebeispiel einer Mischung aus Rabattmarkenheini und neuzeitlichem Geizhals. Einer von der Sorte, die an Werktagen von Warenproben leben, und
sich am Wochenende einladen lassen.
Das Ticket darf Ferdinand bezahlen, ein bisschen Schmerz muss sein, schließlich kommt ihn ja seine zukünftige Frau besuchen. Auch den Gang zum Ausländeramt erspart sich Walter, kein unnötiger Stress soll seine Wiedersehensfreude trüben. Knurrend übernimmt Ferdinand auch die Kosten für die Krankenversicherung seiner Nuk und das Verschicken der Papiere nach Thailand per UPS.
Oh, tut das weh!
Nuk ist eine glückliche Thailänderin, sie wird gleich von zwei netten Herren vom Airport abgeholt. Sicher ist der Mann mit den Blumen ein Freund von Walter, wartet auch auf seine Freundin.
Lebensfreude - darf's ein bisschen mehr sein?
Damit Familie Biedermann nach turbulentem Faschingstreiben nicht vorzeitig in ihren alljährlichen Frühlingsschlaf verfällt, berichtet Deutschlands Lieblingssender gerne über die Moral in Asiens erster Frührentnerkolonie. Wie jedes Jahr im Februar.
Nicht nur bei Thailand-Experten hat es sich längst herumgesprochen; mittlerweile ist die
spannende Berichterstattung über Pattaya bei Lieblingssendern längst Kult. Minderheiten
kommen großzügig zu Wort, insbesondere deutsche Frührentner, welche sich an diesem
quirligen Ort sehr wohl fühlen.
Da werden fröhliche, Bier trinkende, vor allem aber wohlgenährte Herren im besten Alter vorgeführt, keine Bösegucker mit Hut, sondern gut gelaunte, humorige Spaßexperten. Diese genießen ihr Rentnerdasein, haben nach langer Reise endlich ihr Glück gefunden - eine liebe thailändische Frau. Von dieser werden sie umsorgt, verwöhnt und mit Sicherheit nicht angenörgelt, wenn mal ein Bierchen mehr getrunken wird. Glückliche Menschen auch deswegen, weil clevere Brauereien ihre Schützlinge in Asien nicht im Stich lassen - Heinecken und Karlsberg sind die Angesagten - was kann daran falsch sein?
Selbstverständlich dürfen sich auch Bardamen zu Wort melden, schließlich interessiert es Familie Biedermann brennend, warum Thailänderinnen so gerne auf Tischen tanzen. Einige Sexys sprechen sogar deutsch, und so beschließt Familie Biedermann,. ihren nächsten Urlaub in Thailand zu verbringen. Eine Rundreise ist gebucht inklusive 2 Tage Pattaya. Herzlich willkommen. Aus Biedermann wird Weltenbummler. Gut so.
Hoffentlich haben zukünftige Filmchendreher denselben Mut zur Wahrheit, denn nicht nur ich habe in Thailand die schönste Zeit meines Lebens verbracht. Was die sich müßig widerholenden, hintergründig vorwurfsvollen Berichte über deutsche Frührentner in Pattaya betrifft, da kann ich
nur eines empfehlen: Schauen Sie auf die Hände dieser Herren, dann wissen Sie, wer jahrzehntelang gearbeitet hat.
Prost Männer - und sollte euch ein Spaßneider begegnen, dann gilt: Diesen auf eine Bierflasche setzen, kurz nachdrücken, bis der erste Schrei kommt, einen Tennisball ins Großmaul, auf stark frequentierter Kreuzung ablagern. Geheilt!
Schwachsinn
Gerne wird behauptet, dass eigentlich nur Männer mit Handicap eine ausländische Frau heiraten, weil solche Herren angeblich keine deutsche Dame abbekommen. Über solchen Schwachsinn kann ich nur schmunzeln, und den attraktiven Damen aus "Irgendwo" tut man mit solchen Vorurteilen auch keinen Gefallen. Millionen netter deutscher Männer sind mittlerweile mit einer ausländischen Partnerin verheiratet, Tendenz steigend. Das hat natürlich seine Gründe, aber nicht immer ist Wahrheit populär.
Dazu fällt mir ein Spruch aus Bangkok ein: Der deutsche Mann ist auf der ganzen Welt beliebt, nur nicht in Deutschland.
Um es auf den Punkt zu bringen: Sexy Dieter aus Pforzheim ist unter der Haube. Das Rosenfräulein (104) hat den Weg in sein Bettchen gefunden.
Sextourismus
Schon beim Lesen dieses Wortes bekommt man eine Gänsehaut, denn es ist ähnlich negativ besetzt wie Hexenjagd. Aber weil wir alle so gerne mehr darüber erfahren, was wir selbst nicht praktizieren, sehnen sich viele nach Lösungsvorschlägen für ihr Problem. Experten solcher Verhaltensrituale sind meist Frauen, und das ist auch gut so. Diese können ohne Vorurteile über ferne Länder berichten, da sie diese meist nie besucht haben.
So erfahren wir von Völkerwanderungen erlebnishungriger Damen im besten Alter in die Karibik. Hunderte Fun-Ladies bevölkern die Strände und die Bars, zeigen ihre meist üppigen Reize freizügig am Pool. Diese Damen sind auf der Suche nach ihrem Tageskick, und der lässt nicht lange auf sich warten. Gut gelaunt kommt er dahergeschlendert, groß und sexy, immer dunkelhäutig und gerne bereit, den Damen einen schnellen Zugriff zu gestatten. Entwicklungshilfe hautnah praktiziert, was kann daran falsch sein?
Diese Typen sind ein echter Anfasser, messerscharfes Outfit, und damit ist nicht die Badehose gemeint. Jede Berührung verspricht pure Elektrizität, und so ist es nicht verwunderlich, dass bei
den Damen die Dollars locker sitzen. Hier wird ihnen die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie sich immer gewünscht haben, weit weg von neugierigen Nachbarn und neidischen Emanzen. Hier erleben sie endlich wieder, dass die Nacht nicht nur zum Schlafen da ist, sondern dass das Frühstück auch am Nachmittag noch schmeckt.
Diese Ladies haben den Zeitgeist erkannt, den "zweiten Bildungsweg" in ihrer Frauengruppe
mit Bravour bestanden. Und dabei begann alles so harmlos bei einem Dia-Abend über die Karibik, mit anschließender Diskussion über einen gesetzlich legitimierten, sorgenfreien Lebensabend
ohne lästigen Ehemann.
Sinn, Lust und Laune machen solche Erlebnisurlaube mit Gleichgesinnten auch deswegen, weil der Ex-Göttergatte sehr hart für solche Lustreisen "anschaffen" gehen muss. Darüber können sich die Damen stundenlang am Strand amüsieren, was ja auch jeder verstehen kann.
Durch Scheidung prostituierte Ex-Ehemänner fördern den Sextourismus in der Karibik, werden böse Zungen behaupten. Männer sind so skrupellos, und Frauen sind die besseren Autofahrerinnen. Andere Meinung: Pisa, Pisa ...
Sonnenhungrige Neueinsteigerinnen erhalten alle Infos bei jedem Rechtsanwalt, in allen Reisebüros und im Internet.
Nobody is perfect
Trude hat ihren Sponsor gefunden, ihn vor Gericht auf seine Minimalgröße reduziert, sie fährt bereits Oberklasse. Jetzt ist es an der Zeit für Trude, unser schönes Land in Richtung Karibik zu verlassen.
Vorab einige Tipps und Tricks für Trude, denn im Paradies hilft ihr kein Verbraucherschützer. Reisen Sie mit kleinem Gepäck, Ihre Klamotten sind in der Karibik eh nicht angesagt. Sie sind
eine Dame von Welt, Sie schleppen keine Koffer. Absolut cool ist das Einchecken ins Hotel mit Zahnbürste und Mastercard.
Sie buchen auf keinen Fall all inclusive, das ist doppelnapfig, nur für Leute, die zu blöd sind, sich eine Suppe zu bestellen. Auch Sparer sind out, geizige Menschen vernichten Arbeitsplätze. Meckern und nörgeln Sie nicht, man wüsste sonst sofort, wo Sie herkommen
Sie kleiden sich vor Ort ein, lassen die Verkäufer tanzen, so werden Sie bekannt, und die lustigen Menschen verdienen an ihnen. Natürlich müssen Sie handeln, das gehört einfach dazu. Der Kontakt zu der einheimischen Bevölkerung ist ein absolutes Muss. Herumlungern im Hotel ist nicht angesagt, oder gar im Pool mit anderen Gästen "Balla" spielen. Nicht mal daran denken, lächeln sie solche Herrschaften mitleidig an, wenn sie vorbeischreiten. Animationsveranstaltungen sind natürlich zu meiden, sie können sich selbst amüsieren, haben keine Zeit zu verschenken. Herr Müller aus Bremen schubst Frau Maier aus Duisburg durch die Gegend, völlig unakzeptabel. Meiden sie Landsleute, die können sie zu Hause kennenlernen.
Der Strand ist Ihr Revier
Setzen Sie sich an die Strandbar, wirken Sie gelassen und gelangweilt. Bestellen Sie einen Cocktail mit Alkohol, das gefällt dem Barkeeper, und der soll ja Ihr Freund werden. Dieser Mann kennt alle scharfen Jungs, ist für Infos erste Anlaufstelle. Sondieren Sie die Lage, checken Sie den Markt, setzen Sie sich in Szene.
Jeder Auftritt am Strand muss gekonnt platziert sein, den können Sie sich mit keinem Geld der Welt erkaufen. Egal wie Sie ausschauen, sammeln Sie Punkte durch ihr Verhalten. Zeigen Sie nie, dass Sie es nötig haben, das weiß eh jeder, und gerade deswegen werden Sie in ca. 10 Minuten Ihr erstes karibisches Kompliment bekommen.
Halten Sie sich an der Bar fest, fallen Sie bitte nicht in Ohnmacht. Was jetzt angeschlendert kommt, ist vom Allerfeinsten, Dynamit zum Anfassen, Sie dürfen sich erfreut zeigen. Er wird Sie anplaudern, Sie vergessen alles, was Sie über Emanzipation gelernt haben, und der Deal ist gelaufen.
Um diese Uhrzeit ist Shorttime angesagt, sie bezahlen ihren Drink später, jetzt versteht es jeder.
Entlohnen sie passend, Sexy-Man ist keine Wechselstube.
E-Mail aus Bangkok
Gerade erreicht mich eine E-Mail von meinem Freund Oliver aus Bangkok zum Thema Spaßgesellschaft:
... zu leben heißt auch, Erleben und Aufleben, während es bei uns zu Hause doch sehr auf's Überleben reduziert wird. Und das, obwohl uns von windigen Trendforschern doch immer vorgaukelt wird, wir befänden uns in Deutschland in einer Spaßgesellschaft. Diese Experten
sollten alle mal ein paar Tage herkommen, um ihre Definition von Spaß zu überprüfen. Ich
bin heute früh etwas pathetisch, aber das liegt vielleicht daran, dass ich seit fast 9 Stunden
keinen Sex mehr hatte. Also, husch husch in den Biergarten....
Disco Night in der Karibik
Hier werden die Kontakte für die Nacht geknüpft, keine Trude soll alleine bleiben. Wählen sie einen Platz an der Bar, von dort können Sie das ganze Lokal überblicken. Sehen und gesehen werden, nicht verstecken. Stehen Sie an der Bar, das wirkt schlanker.
Trinken Sie Alkohol, das macht locker. Versprühen Sie Lebensfreude, denken Sie an ihr Bankkonto. Jetzt schauen Sie den knackigen jungen Mann ein Sekunde länger an, das haben Sie toll gemacht. Ab jetzt schafft es Trude allein.
Wenn sie den jungen Lover die ganze Nacht beschatten, dann nennt man das "Longtime", das kostet natürlich auch ein bisschen mehr ...
Der Blödmann aus Wiesloch
Eigentlich bin ich kein Fan von Kraftwörtern, aber es fällt mir schwer, ein Arschloch akademisch zu umschreiben. Ich bin einfach strukturiert, deshalb bleibt für mich ein Blödmann ein Blödmann, auch wenn man das heute nicht mehr sagen darf.
Blödmann habe ich im Januar kennen gelernt als Meister im Erzählen von rührigen Geschichten und begnadeten Lügner. Blödmann wünscht sich nichts sehnlicher, als eine thailändische Frau, hat allerdings mit einer anderen PV schon schlechte Erfahrung gemacht, schon so viel Geld verloren. Es treibt mir die Tränen in die Augen, auf Mitleidstouren reagiere ich hilfsbereit.
Schnell wird Blödmann fündig, seine Traumfrau sagt gerne zu, schickt die Kopie ihres Reisepasses und ihre Anschrift. Soweit, so gut.
Jetzt hätte es Blödmann wirklich einfach haben können, er hätte nur warten müssen. Hätte.
Aber Blödmann ist ein Fan von schnellen, unüberlegten Entscheidungen; er weiß jetzt, wo die Dame wohnt, hat alle erforderlichen Papiere, um diese nach Deutschland einzuladen. Blödmann bucht 14 Tage Thailand, möchte mal eben seine Frau abholen, die vereinbarte Vermittlungsprovision sparen.
Ein Bett im Reisfeld, das ist immer frei ...
In geselliger, fröhlicher Runde haben Freunde und ich Blödmanns Reiseroute rekonstruiert, uns ausgemalt, wie Blödmann im tiefsten Thailand, nähe Laos, seine zukünftige Partnerin auf dem Reisfeld besucht.
Nach Ankunft in Thailand verweilt Blödmann noch einige Tage in Bangkok, um es sich mit den Mädels vor Ort noch mal so richtig
gut gehen zu lassen. Letzte Gelegenheit, bevor er seine zukünftige Braut kennenlernt.
Blödmann organisiert seine Reise per Bus, ein bisschen Spaß muss sein. Einen Urlaubstag im nicht klimatisierten Schaukelauto zu verbringen, da kommt richtig Freude auf. Die hat sich Blödmann auch verdient, und wenn die Reste von Blödmann nähe Udon-Thani dann auf die Straße geschubst werden, hat er sein Ziel fast erreicht.
Jetzt braucht Blödmann ganz dringend ein Hotel, da aber Blödmann weder Thai noch Englisch spricht, wird selbst die Kontaktaufnahme mit einem Taxifahrer zum Erlebnis. Dieser wittert seine Chance, zeigt Blödmann seine Heimatstadt, erklärt ihm mit viel Liebe zum Detail alle Sehenswürdigkeiten, und bringt ihn nach einigen Stunden Stadtrundfahrt in der Absteige eines Freundes unter. Dies alles natürlich zum Vorzugspreis, denn Thailänder lieben sparsame Urlauber.
Blödmann braucht zwei Tage, um sich zu erholen, auch ist bereits eine Woche seines Urlaubes verstrichen, und er hat keine Ahnung, wo er seine Braut suchen soll. Er hat zwar ihre Adresse, aber die freundlichen Menschen haben vergessen, Schilder an ihre Straßen zu schrauben.
Taxifahrer in Thailand haben einen siebten Sinn, und so ist es nicht verwunderlich, dass Blödmanns erster Freund in Thailand immer an der Bar seiner Absteige zu finden ist.
Blödmann ist jetzt für jede Hilfe dankbar, und so beschließt er, den netten
Taxifahrer in seine Heiratspläne einzuweihen. Dieser ist sichtlich erfreut über so viel Familiensinn, verspricht, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Angebetete zu finden, was immer das in Thailand auch bedeuten mag.
Selbstverständlich hat so viel Hilfsbereitschaft ihren Preis, vor allem deswegen, weil Blödmann
die Adresse seiner Traumfrau nur in deutscher Sprache hat. Damit kann auch der cleverste thailändische Taxifahrer nichts anfangen, was allerdings Blödmann nie erfahren wird, schließlich freut sich der
thailändische Chauffeur über die günstige Gelegenheit, in den nächsten drei Tagen all seine Verwandten in der näheren Umgebung besuchen zu können.
Auch wundert sich Blödmann, dass sein Freund alle möglichen Gerätschaften in seinem Taxi unterbringt, allen möglichen Krims Krams ..., aber das wird schon seine Richtigkeit haben, ein klitzekleines Eckchen bleibt.
Die Nadel im Heuhaufen
Findungshilfe ist gesichert, seine zukünftige Frau arbeitet auf dem Reisfeld, was im "Landkreis"
Isaan eine recht selten ausgeübte Tätigkeit ist. Auch ist dieses wunderschöne Fleckchen Erde sehr übersichtlich, ein Reisfeld hat schon mal die Größe einer mittelgroßen Stadt. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der Blödmann aus Wiesloch und der clevere Taxifahrer aus Thailand
ihre Suche zielstrebig angehen.
Endlich weiß Blödmann sein Thailand-Abenteuer gut organisiert, nach 250 km wird das Duo freudig im Dörfchen "Nirgendwo" begrüßt. Alles ist perfekt vorbereitet, eine Sau wurde geschlachtet und Dutzende Flaschen Mekong warten sehnsüchtig darauf, die
Dorfbewohner
in singende Freunde zu verwandeln. Zuvor werden aber noch die Gerätschaften aus dem Taxi getauscht, während dieser Aktion hat Blödmann Zeit und Gelegenheit, die angefallenen Kosten für das kleine Dorffest beim Krämer um die Ecke zu begleichen. Mai kineau, Farang.
Der nächste Morgen beginnt zur Mittagszeit, Eile wäre jetzt vergebens. Auch hat der freundliche Taxifahrer beim gestrigen Dorffest seine Jugendliebe wiedergefunden, und wie es der Zufall so will, hat diese gerade keinen Freund..., Blödmann hat für diese Situation Verständnis,
die Beiden werden zwei weitere Tage im Dorf verweilen.
Diese Zeit wird Blödmann auch benötigen, um seinen Freund klar zu machen, dass sein Rückflug in vier Tagen stattfindet.
Eile kostet
Verständigungsprobleme und Trennungsschmerz werden mittels weiterer Zahlungen gelöst und überwunden. Bangkok Airport heißt das Ziel. Blödmann wird sein Ticket umbuchen, seinen Urlaub um 14 Tage verlängern.
Blödmanns Arbeitgeber wird per E-Mail informiert. Die Adresse der Dame übersetzt eine
Airport- Angestellte. Endlich weiß unser Taxifahrer, wo er eigentlich hin soll. Also zurück Richtung Udon-Thani, auf die tausend Kilometer kommt's jetzt auch nicht mehr an.
Von der Mutter seiner Traumfrau erfährt Blödmann, dass diese gerade bei ihrem Bruder ist, um sich von diesem zu verabschieden, denn sie wird in Kürze nach Deutschland zu ihrem zukünftigen Mann fliegen. Nach zwei weiteren Tagen ist auch der Bruder gefunden, dieser ist sichtlich erfreut, seinen zukünftigen Schwager persönlich kennen zu lernen. Allerdings ist seine Schwester gestern mit dem Bus nach Bangkok gefahren zu ihrer Partnervermittlungsagentur, um auch sofort ein Visum zu bekommen, wenn endlich die Einladungspapiere aus Deutschland eintreffen. Die Adresse dieser Agentur ist ihm allerdings nicht bekannt. Jetzt wird es Blödmann schwindlig, denn die Adresse dieser Agentur hat er von Andreas zwar erhalten, aber es bestand kein Grund, diese nach Thailand mitzunehmen. Warum auch, die hätten sicherlich nur Geld gewollt.
Danke Blödmann
Vielleicht ist die Geschichte aber auch ganz anders verlaufen und Blödmann ist nur ein Blödmännchen. Sollte er es tatsächlich geschafft haben, seine Dame nach Wiesloch einzuladen, dann ist eines jedenfalls sicher: Dies war kein Urlaub und gekostet hat es auf jeden Fall mehr als unsere "gesparte" Provision. Geizige Menschen sind schon seltsame Wesen, aber Hauptsache, die anderen verdienen nichts. Neidgesellschaft pur, wo ist mein Verbraucherschützer?
Vorsicht - Frau am Steuer
Mit dieser gut gemeinten Warnung haben sich in der Vergangenheit Gleichgeschlechtliche
auf nahende Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam gemacht. Solche Bereitschaft zur Hilfsbereitschaft findet man heute nicht mehr, wenn man den Klagen der Farangs glaubt, die sich von ihren Thai Freundinnen im "fließenden Verkehr" abgezockt fühlen.
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